14. Juni 2015

Go for Giersch


Es gibt sie noch, die jungen Botaniker unter uns.
Auch wenn die Älteren immer sagen, die junge Generation hätte keine Ahnung mehr von Pflanzen und Heilkräutern – ich kenne das lebende Gegenbeispiel.
Denn es ergab sich so, dass ich mit meiner liebsten Freundin Nele über die heimische Wiese am Waldrand wandelte und sie voller Freude rief: ‚Swan, jede Menge Giersch!’
Für mich war das Grüngewächs bisher nur Unkraut, da es sich weit über einen großen Teil der Wiese erstreckt und wie verrückt wächst.
Aber meine auserkorene Haus-und Hofbotanikerin überzeugte mich davon, unbedingt etwas damit zu kochen und so waren wir sofort Feuer und Flamme und probierten in gemeinschaftlicher Arbeit ein gewagtes, aber äußerst gesundes Rezept: selbstgemachte Giersch-Ziegenkäse-Ravioli - geschwenkt in Gierschbutter.
Denn, wie viele vielleicht nicht wissen: Giersch ist ein wahres Power-Kraut! Voller Vitamine, Kalium und Eisen.
Gekocht erinnert Giersch an Spinat, man kann ihn aber auch für Salate verwenden.
Nachdem also die schönste Gierschpflückerin weit und breit einen großen Bund geerntet hatte, machten wir uns mit selbstgemachtem Ravioliteig an die Arbeit.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und auch wenn der Geschmack durchaus sehr ‚gesund’ war:
Go for Giersch – denn er wächst in heimischen Gefilden, ist sehr gesund und außerdem ist es eine tolle Sache mit Wildkräutern zu kochen!





Giersch-Ziegenkäse-Ravioli in Gierschbutter

Für 4 mittlere Portionen

Ravioliteig:

- 200 gr Mehl
- 2 Eier
- 2 EL Olivenöl
- eine große Prise Salz


Giersch-Füllung:

- 1 EL Olivenöl
- ein großer Bund Giersch
- 1 Schalotte
- 4 Ziegenfrischkäse-Taler
- 1 EL Frischkäse
- 1 Eigelb
- Salz und Pfeffer

außerdem:

- 1 ½ EL Butter


Das Mehl auf eine Arbeitsfläche geben und in der Mitte eine Mulde bilden.
In die Mulde die beiden Eier schlagen, sowie das Öl und Salz hineingeben.
Mit einer Gabel in kreisförmigen Bewegungen von der Mitte der Mulde aus alle Zutaten miteinander vermengen, dann mit den Händen weiterkneten.
Der Teig wird sehr fest, deswegen ist das ein recht großer Kraftakt, der Teig muss aber ordentlich geknetet werden. Zum Schluss sollte er fest aber elastisch sein und eine Stunde abgedeckt im Kühlschrank ruhen.

Den Giersch waschen und anschließend 2/3 davon sehr fein hacken. Die Schalotte putzen, fein würfeln und in einer Pfanne in 1 EL Olivenöl anschwitzen. Nach kurzer Zeit den feingehackten Giersch mitdazugeben, weitere 5-7 Minuten braten, salzen und pfeffern und den Pfanneninhalt danach etwas abkühlen lassen.
Die Ziegenfrischkäsetaler in einem tiefen Teller zerdrücken und mit dem Frischkäse  und Eigelb mischen. Anschließend die abgekühlte Giersch-Schalotten-Mischung unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Ravioliteig mit einer Nudelmaschine oder einem Nudelholz auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen, je einen kleinen TL Füllung in Abstand auf den Teig setzen und mit einer weiteren Nudelteigplatte bedecken.
Die Ränder rund um die Füllung gut andrücken und die einzelnen Ravioli mit einem Raviolischneider oder Messer voneinander trennen.
Sehr viel schneller und einfacher geht das natürlich mit einem Ravioliformer, dann sehen auch alle Ravioli gleichmäßig aus.
Die fertigen Ravioli auf einer bemehlten Unterlage (ich nehme immer ein mit Backpapier belegtes und mit Mehl bestreutes Blech) aufbewahren und einen großen Topf mit Wasser zum kochen bringen.
Das Nudelwasser leicht salzen und die Ravioli einzeln in das Wasser gleiten lassen. Mit einer Schaumkelle vorsichtig etwas durchrühren, damit sie nicht zusammenkleben.
Nach 3-5 Minuten sind die Ravioli fertig und können aus dem Wasser geholt werden. Am besten einmal die Probierprobe machen, der Garpunkt unterscheidet sich je nach Dicke des Teiges.
Während die Ravioli kochen, in einer großen Pfanne 1 ½ EL Butter schmelzen und das restlich Drittel Giersch darin etwas anbraten und ziehen lassen.
Die fertig gegarten Ravioli mit in die Pfanne geben und in der Butter schwenken.
Nun können die Giersch-Ravioli serviert werden.




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