20. Mai 2016

I did it. Pulled Chicken Burger mit Coleslaw und selbstgemachter Barbecuesauce


Längst überfällig, lang herbeigesehnt, endlich gekocht: Pulled Chicken.
Pulled Chicken ist nicht Pulled Pork, aber für blutige "Pulled-Neulinge" wie mich, die perfekte Sache, um sich dem Thema zu nähern.
Pulled bedeutet, dass man das Fleisch so gart, dass es ganz zart wird und man es mit zwei Gabeln zerpflücken kann.
Eine besonders wichtige Rolle spielt das Rub, die Gewürzmischung, mit der man das Fleisch vor der Zubereitung einreibt.
Wenn ich ganz ehrlich bin, ist mein Pulled Chicken eine Freestyle Nummer. Ich habe das ganze Internet durchforstet, um ein gutes Rezept zu finden, aber entweder waren mir die Zutaten suspekt (Hallo? Warum kippt man denn fertige Barbecuesauce zum Garen über das Huhn?) oder die Zubereitungsart (das Huhn 7 Stunden kochen in einem Gerät das alles selbst erledigt? Langweilig.)
Also hab ich mir nur ein paar Tipps abgeschaut und mich an die Arbeit gemacht. Auch habe ich nicht, wie die meisten, nur Hühnerbrust, sondern ein ganzes Huhn verwendet. Irgendwie hab ich ein besseres Gefühl dabei, nicht immer nur Teile zu verwenden (ich kann aber auch verstehen, wenn man vorm Huhnzerlegen etwas zurückschreckt.)
So. Lange Rede und nur ein Sinn: es ist bombastisch! Alle Mühe, alles Bangen vorm Ofen, alle Arbeit hat sich gelohnt.
Ich bin stolz Euch mein persönliches Pulled Chicken Rezept vorstellen zu dürfen, inklusive der leckersten selbstgemachten Barbecuesauce, die ich je gegessen habe.
Es geht auch ohne Fertigsauce und Selbst-kochende-Langweiler-Geräte.
Dann doch lieber altmodisch, aber unschlagbar aromatisch mit dem guten alten Bräter.
Dazu amerikanischer Coleslaw und fluffige selfmade Burger Buns - Essen kann so schön sein.








Pulled Chicken-Burger mit Coleslaw und selbstgemachter Barbecuesauce

Rezept für ca. 8 Burger

- Burger Buns nach diesem Rezept

Pulled Chicken:

- 1 mittelgroßes Hähnchen
- 3 TL geräuchertes Paprikapulver
- 1 TL Kreuzkümmel
- 2 TL Paprikapulver edelsüß
- 1/2 TL Piment d'Espelette
- eine Prise gutes Currypulver
- 1 1/2 TL Salz
- etwas frisch gemahlener Pfeffer
- 4 Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 100 ml Bourbon-Whiskey
- 150 ml Ananassaft

Coleslaw:

- 1/2 kleiner Weißkohlkopf
- 4 Möhren
- 100 ml heller Balsamico
- 2 EL Zucker
- 1 TL Salz
- 2 EL Sonnenblumenöl
- 4 EL Mayo
- 4 EL Sahne

Barbecuesauce:

- 200 gr Zucker
- 200 gr Tomatenketchup
- 4 TL Worcestersauce
- 1 TL Senf
- Saft 2 gepresster Orangen
- 200 ml Ananassaft
- 100 ml Bourbonwhiskey
- 4 EL dunkler Balsamico
- 2 TL geräuchertes Paprikapulver



Die Burger Buns nach diesem Rezept frisch herstellen und backen (Gesamtzeit mit Teig-gehen-lassen und backen ca. 3 Stunden).



Das Huhn waschen und trocken tupfen.
Die Flügel und Keulen mit Messer und Geflügelschere abtrennen. Die Haut auf den Brüsten entfernen und das Bruftfleisch herausschneiden.
Das Hähnchen soll, so weit es geht, komplett zerlegt werden, da wo es möglich ist, die Haut ablösen, ansonsten kann man das auch im gegarten Zustand nachholen, da löst sie sich gut.
Auch der Korpus des Huhns wird verwendet, ich hab ihn in der Mitte geteilt.
Für das Rub geräuchertes Paprikapulver, normales Paprikapulver, Kreuzkümmel, Curry, Piment d'espelettes, Salz und Pfeffer mischen und die Hähnchenteile damit einreiben.
Den Backofen auf 170 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
Den Bräter auf dem Herd erhitzen, die Hähnchenteile dann in 2 EL Olivenöl kräftig anbraten, eventuell nacheinander.
In der Zeit die Zwiebeln schälen und in halbe, schmale Ringe teilen und den Knoblauch schälen und fein hacken.
Die Hähnchenteile aus dem Bräter heben, beiseite stellen und die Zwiebeln und den Knoblauch scharf anbraten. Wenn beides eine leicht gebräunte Farbe hat, den Bräterinhalt mit dem Whiskey und Ananassaft ablöschen.
Die Hähnchenteile wieder dazu geben und so positionieren, dass ein Großteil von der Flüssigkeit bedeckt ist.
Den Deckel auf den Bräter setzen und ihn für mindestens 1 1/2 Stunden, eher 1 3/4 auf die mittlere Schiene in den vorgeheizten Backofen geben.



Währenddessen den Coleslaw und die Barbecue-Sauce vorbereiten.
Dazu die äußersten Blätter vom Kohl entfernen und ihn anschließend mit der Gemüsereibe relativ fein zerkleinern (mit dem Messer geht's natürlich auch, aber das ist sehr anstrengend für die Hände).
Ebenso mit den Möhren verfahren und beides mischen.
Aus Balsamico, Mayo, Sahne, Zucker, Salz und Pfeffer ein Dressing herstellen und über das geraspelte Gemüse geben, durchmischen und den Coleslaw noch gut ziehen lassen, bis das Huhn fertig ist.
Für die Barbecue-Sauce alle Zutaten in einem Topf mischen und zum köcheln bringen. Die Sauce soll mindestens 20 Minuten köcheln und reduzieren, bis sie eine sämige und dickflüssige Konsistenz hat.



Den Bräter nach Ende der Garzeit aus dem Ofen holen und die Hähnchenteile aus dem Sud auf ein Brett heben. 
Den verbleibenden Sud auf dem Herd im Bräter zum Kochen bringen und kochen lassen, er soll stark reduziert werden, so dass am Ende nur noch ein Drittel der Flüssigkeit vorhanden ist. 


Die Hähnchenteile von noch verbliebener Haut befreien, anschließend mit zwei Gabeln das Fleisch zerrupfen (daher der Name "pulled"). Da das Fleisch so weich geschmort ist, sollte das ohne Probleme möglich sein.
Das fein zerrupfte Fleisch in eine Auflaufform geben, den reduzierten Sud darüber geben und das Ganze einmal gut durchmischen, eventuell noch etwas nachsalzen.
Bis zum Verzehr kann das Fleisch in der Restwärme des Ofens warmgehalten werden und durchziehen.

Zum Anrichten die Burger Buns aufschneiden, beide Hälften mit etwas Barbecuesauce bestreichen und auf die untere Hälfte eine ordentliche Portion pulled Chicken geben. Dann folgt ein guter Klacks Barbecuesauce und eine Lage Salat, anschließend der Bun-Deckel.






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